The Nature of Order

Christopher Alexanders vierbändiges Werk „The Nature of Order“ ist in der Fachwelt der Architekten äußerst umstritten. Dies galt bereits für „Eine Mustersprache“, deren Ansätze vielen Kollegen als postmodern oder gar reaktionär erschienen. Sein Spätwerk  „The Nature of Order“ stieß ebenfalls häufig auf Unverständnis. Ein Grund dafür mag der mitunter geradezu mystische Ton seiner Erklärungen sein. Mit all dieser Kritik werde ich mich in diesem Blog nicht befassen. Sondern lediglich versuchen, die Ideen, die Alexander in seinem Werk formuliert hat, verständlich übersetzt und zusammengefasst darzustellen. Möge der Leser / die Leserin sich selbst ein Urteil bilden.

Die von Alexander entwickelten Prinzipien, besonders das Konzept der Mustersprache, sind in vielen Bereichen außerhalb der Architektur aufgenommen und weiterentwickelt worden. So z.B in der Softwareentwicklung oder in der Permakultur.

Worum geht es Christopher Alexander?

In „The Nature of Order“ möchte Christopher Alexander für verschiedenste Gestaltungsaufgaben jeweils einen passenden generischen Code, eine Sequenz anbieten. Folgt man den Anweisungen dieses Codes Schritt für Schritt, so kommt man notwendigerweise zu einem guten, schönen, lebendigen Ergebnis. Entsprechungen für diese Vorgehensweise findet Alexander in der Natur, z.B. in einem Blatt, das sich, gemäß seines genetisch festgeschriebenen Codes entwickelt. Schritt für Schritt, in einer bestimmten, festgelegten Reihenfolge.

Eine neue Sicht auf die Welt

Die gefährlichste Weltanschauung ist die der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt,  1769-1859

Christopher Alexander schaut die Welt an. Die Phänomene sind Ausgangspunkt seiner Arbeit. So lautet der Titel von Band 1 „The Phenomenon Of Life“. Dem heute immer noch vorherrschenden mechanistischen Weltbild eines Descartes stellt er eine neue Anschauung der Welt gegenüber. In Buch vier „The Luminous Ground“ wird daraus sogar eine neue Sicht auf das gesamte Universum. In den folgenden Beiträgen werde ich versuchen zu zeigen, wie Alexander diese neue Sicht entwickelt.

Von meinem ursprünglichen Plan alle vier Bücher hier zusammenzufassen und zu übersetzen bin ich mittlerweile abgerückt. Das Projekt ist sehr umfangreich – somit muss erstmal die Übersetzung von Buch eins reichen. Hier beschreibt Alexander die lebendige Struktur noch statisch. In Buch zwei beschreibt Alexander wie sich die lebendige Struktur im Laufe der Zeit selbst erschafft, der Fokus liegt hier auf dem dynamischen Schaffensprozess. Im dritten Buch dann veranschaulicht Alexander seine Ideen an Beispielen. Buch vier schließlich widmet sich der Frage, wie Architektur unser inneres Mensch-Sein berührt.